Wir testen SLA 3D Drucker

23.04.14

Wir testen den B9Creator und den Form1 - beides SLA 3D Drucker

Oben im Bild: in der Mitte der B9 Creator, rechts daneben der Form1

Uns selbst definieren wir als Hersteller von hochwertigen und innovativen Foto Geschenkartikeln. Produkte wie Mauspads mit Foto, Foto-Tassen oder flauschige Bären mit Foto auf dem T-Shirt gehören eher nicht zu unserem Sortiment (Dies soll natürlich keine Kritik an derlei Produkten darstellen). Unser Savoir-Faire liegt ganz eindeutig im Bereich 3D und Laser.

Würde man uns nicht kennen und aktuellen Techniktrends folgen, könnte man bei den Stichworten 3D und Laser sofort spekulieren und vermuten, dass wir im Bereich Rapid Prototyping, konkreter dem 3D Druck, tätig sind. Schliesslich funktionieren höherwertige 3D Drucker, solche die nach dem SLA Prinzip (Stereolithographie) arbeiten, entsprechend mit Laser.
Weit gefehlt, wir sind Erfinder und Hersteller vom 3D Laser Foto in Glas - und doch treffen die Stichwörter 3D und Laser den Kern dieses Blogbeitrags, denn wir testen zur Zeit den 3D Druck für neue und zukünftige Produkte im Bereich hochwertiger Foto Geschenkartikel.

Aktueller Hype um günstige 3D Drucker der Einstiegsklasse

In einem ersten Blogbeitrag bemängelten wir den Hype um günstige 3D Drucker der Einstiegsklasse, mit der fälschlichen Behauptung einiger Medien, der 3D Druck sei jetzt für zu Hause ganz einfach möglich.

Wir hatten einen 3D Drucker, der nach dem FDM Prinzip arbeitet, getestet. FDM (Fused Deposition Modeling) bedeutet geschmolzener Kunststoff, der zu einem 3D Modell aufgebaut wird. Während die fertigen Objekte zwar fest und robust sind, ist die geringe Oberflächenqualität für viele Anwendungen ein Problem oder sogar gänzlich ungeeignet.

Hier kommt die SLA Technologie in's Spiel. SLA steht für Stereolithographie. Ein Verfahren bei dem ein Ultravioletter Laser Schicht für Schicht ein UV-Sensitives Resin (UV Polymer) aushärtet. Ein weiterer Ansatz ist, statt eines Lasers, einen handelsüblichen DLP Beamer für die Belichtung der einzelnen Schichten zu verwenden. Ein Vorteil ist die kürzere Belichtungszeit pro Schicht: Ein Projektor kann die ganze Schicht zeitgleich belichten und aushärten, während ein Laserstrahl die gesamte Fläche "abfahren" muss.

Da in der jüngeren Vergangenheit einige Patente von industriellen 3D Drucker Herstellern ausliefen, konnten Startups neue Geräte entwickeln, die eine top Qualität bei vergleichsweise niedrigen Investitionskosten liefern (sollen).  Es werden nach wie vor noch immer neue 3D Drucker präsentiert und auf den Markt gebracht, wie zum Beispiel der Solidator (DLP Beamer) oder der Pegasus Touch (Laser), beide Drucker sind jedoch nach wie vor nur vorbestellbar - kein Exemplar wurde bisher ausgeliefert. Während diese Geräte ihre beworbene gute Qualität bei geringen Investitionskosten erst noch unter Beweis stellen müssen, sind andere Geräte bereits auf dem Markt beim Kunden - uns zum Beispiel.

Form 1 und B9 Creator sind bereits auf dem Markt und beim Kunden

Bereits seit 2012 ist der B9Creator (DLP Beamer) als Open Source 3D Drucker von Michael Joyce erhältlich, seit 2013 der Form1 von Formlabs.

Für den zugegeben schicken Form 1 gibt es sehr viel Zuspruch, viele Designpreise und eine große Schar interessierter Käufer. Das mag einer der Gründe sein, warum die Lieferzeiten extrem lang sind. Uns sind mindestens zwei Fälle bekannt in denen Form1 Kunden aktuell seit 9 und 10 Monaten auf die Lieferung ihres bereits bezahlten 3D Druckers warten. Wir haben einen Form1 3D Drucker schon seit einigen Wochen (leider Erfolglos) im Einsatz.

Design-Preise oder "Form Follows Function" ?

Der B9Creator folgt eher dem Prinzip "Form follows Function" als dass dieser jemals einen Designpreis gewinnen würde, aber schon drei Wochen nach Bestellung konnten wir auch den B9Creator in Betrieb nehmen und Tests beginnen.

Der Form1 kostet etwa 2.400 Euro zuzüglich Versand aus den USA, Zoll und Mehrwertsteuer.
Der B9 Creator ist als Bausatz (Kit) und fertig aufgebaut und kalibriert erhältlich. Der Bausatz liegt bei etwa 2.180 Euro, der fertige Drucker bei 3.620 Euro, jeweils zuzüglich Versand aus den USA, Zoll und Mehrwertsteuer. Seit wenigen Tagen ist der B9 Creator in der bei uns vorhandenen Version 1.2 nicht mehr erhältlich, die in Kürze lieferbare Version 1.2 mit einigen Verbesserungen in der Auflösung und der Druckqualität wird etwas teurer werden.

Ein ausführlicher Test beider Drucker würde den Rahmen dieses Blogbeitrags sprengen, ist aber für einen späteren Blogbeitrag vorgesehen.

Der B9Creator überzeugt, Der Form1 bisher leider nicht

Während der B9Creator nicht so schickes Design aufweisen kann, und sich auch die Presse bzw die Investoren lieber auf Formlabs mit dem Form1 stürzen - für uns funktioniert der B9 Creator bisher sehr gut und hält eindeutig was er versprochen hat.

Der schicke Form1 konnte uns bisher leider nicht überzeugen.
Nachdem ein Form1 Anwender aus den USA für uns ein Muster gedruckt hatte, und die Qualität überzeugte, entschieden wir uns den Form1 zu bestellen. Das was wir drucken konnten, hatte eine kaum bessere Oberflächenqualität als günstige FDM Drucker, viele Drucke schlugen fehl. Kein Vergleich zu dem Muster dass wir erhalten hatten. Eine Kontaktaufnahme zum Formlabs-Support ergab, dass wir einen neuen Drucker als Ersatz erhalten sollten. Wo genau das Problem lag, teilte man uns nicht mit, eine Selbst-Kalibrierung ist grundsätzlich nicht vorgesehen, und so blieb nur ein Austausch.
Auch das zweite Gerät wird nun erneut durch Formlabs getauscht werden, weil die Drucke fehlschlagen. Während beim ersten Tausch die Prozedur für uns völlig kostenfrei war, ist nun beim zweiten notwendigen Tausch die Garantie abgelaufen, und so müssen wir die Hin- und Rücksendekosten tragen.

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Unser Fazit - Die Nutzung setzt umfassende Kenntnisse und Erfahrung voraus

Der B9Creator findet in der Presse kaum Erwähnung, hält aber was er verspricht.
Der Form1 kann bisher trotz Hype in der Presse, trotz Designpreisen und trotz 19 Millionen Dollar Investition eines Investors nicht überzeugen.

Während die Prosumer Drucker (Ein Wortmix aus Professional und Consumer) wie der B9 Creator zu sogenannten professionellen Druckern keinen Qualitätsvergleich mehr scheuen muss, ist dieser um ein Vielfaches günstiger in der Anschaffung sowie im Betrieb.
Wartungsverträge für professionelle 3D Drucker schlagen teils mit 5.000 Euro und mehr pro Jahr zu buche, das Resin kostet bis zu 600 Euro pro Liter. 3D Drucker der "Prosumer Klasse," wie zum Beispiel der von uns getestete B9Creator, benötigen keinen Wartungsvertrag, denn das System ist Open Source und kann selbst kalibriert und eingerichtet werden - Resin kostet um 120 Euro pro Liter oder weniger, je nach Anwendungsbereich und geforderten Spezifikationen.

Es bleibt aber dabei: Ohne entsprechenden Fähigkeiten das Objekt der Träume auch in 3D am Computer erstellen und designen zu können und ohne sich intensiv mit dem 3D Druck Prozess und seinen Besonderheiten auseinanderzusetzen, ist die Anschaffung eines solchen 3D Druckers nicht zu empfehlen.

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