Das Liebesschloss als Brauch für Verliebte

Ob am Valentinstag, zum Hochzeitstag oder bei der Geburt des ersten Kindes, viele glücklich verliebte Paare besiegeln ihre Liebe durch ein Liebesschloss. Bei dieser romantischen Sitte wird ein kleines Schloss, häufig inklusive Namensgravur des Liebespaares, an einem Brückengeländer oder einem ähnlichen Ort verschlossen. Der Schlüssel zum Schloss wird anschließend in einem fließenden Gewässer versenkt, damit das Schloss auf Ewigkeit hält.

Was es mit den gravierten Liebessschlössern auf sich hat, woher die Tradition kommt und von wem und wo sie praktiziert wird, klären wir im Folgenden. Lesen Sie alles zum Liebesschloss.



Was es bedeutet, ein Liebesschloss anzubringen

Ein Liebesschloss ist von außen betrachtet eigentlich nichts anderes als ein Vorhängeschloss, das an einer Brücke oder einem anderen dafür vorgesehenen Ort angebracht wird. Doch für das Liebespaar, von dem es stammt, könnte es kaum eine größere Bedeutung haben. Deshalb gilt das Liebesschloss als eine besonders romantische Geschenkidee.

Es kommt in vielen, facettenreichen Varianten vor. Zahlreiche Schlösser werden graviert, beispielsweise mit den Initialen oder den Namen der Liebenden, ab und zu ist auch ein Datum zu finden. Ob Gravur auf der Vorderseite, beidseitig graviert oder mit Rückseitengravur, alles scheint möglich. Manchmal kommt das Liebesschloss auch als Herzschloss in Herzform oder mit graviertem Herzmotiv oder aber als Babyschloss mit dem Namen des gemeinsamen Kindes vor.

Das Anbringen des Liebesschlosses hat eine symbolische Bedeutung. Mit dem Verschließen des Schlosses versichert sich das Paar seiner gegenseitigen Liebe. Durch das Wegwerfen des Schlüssels, häufig in einen Fluss oder Bach, ist das Schloss auf ewig verschlossen. Damit wird die Beständigkeit der Liebesbeziehung verdeutlicht. In Italien ist es üblich dabei die Worte „per semper“, also „für immer“, zu sprechen.

Selbst der Ort, an dem das Liebesschloss angebracht wird, ist mit Bedacht gewählt. Eine Brücke ist ein verbindendes Element, das auch für die Verbindung zwischen den beiden Liebenden steht. Das fließende Gewässer gilt als Symbol für die Zeit, die ständig fließt. Mit dem Brauch des Liebesschlosses besiegelt man demnach seine gegenseitige, ewig währende Liebe.

Die ersten Liebesschlösser

Heute findet man sie mindestens in allen großen Städten Europas. Doch auch in New York, China, Japan und Korea wurde schon das ein oder andere Liebesschloss entdeckt. Der Ursprung und die genaue Herkunft des Brauches sind allerdings nicht eindeutig bekannt. Häufig wird das Auftauchen der ersten Liebesschlösser aber in Italien verortet.

Hier, in der uralten toskanischen Stadt Florenz, sollen die Absolventen der Sanitätsakademie San Giorgio die Vorhängeschlösser ihrer Spinde an einem Gitter des Ponte Vecchio angebracht haben, um so das Ende ihrer Ausbildungszeit zu besiegeln. Belegt ist diese Geschichte nicht. Jedoch übernahmen verliebte Pärchen in Rom diese Gepflogenheit und befestigten ihre Schlösser an der Milvischen Brücke. So entstanden die ersten Liebeschlösser.

Auch wenn nicht genau belegt ist, wo und warum das erste Liebesschloss an eine Brücke gehängt wurde, ist der angenommene Ursprung in Italien nicht unglaubwürdig. Die beiden Städte sind zwei der ältesten Europas, die jährlich von Millionen Touristen besucht werden und obendrein zu den schönsten Städten der Welt zählen. Ob in den Flitterwochen oder zum Hochzeitstag, besonders beliebt sind diese Ziele bei glücklichen Liebespaaren.

Eine andere Herkunftsgeschichte des Liebesschlosses ist jedoch genauso denkbar. Sie geht auf eine Legende zurück: In der serbischen Stadt Vrnjačka Banja verliebten sich zu Zeiten des Ersten Weltkriegs die junge Lehrerin Nada und der stattliche Offizier Relja unsterblich ineinander. Ihre Liebe war so stark, dass sie von zahlreichen Bürgern der Stadt zur Kenntnis genommen wurde. Jeder kannte den liebsten Treffpunkt des glücklichen Paares – die Brücke im Stadtpark.

Während des Krieges wurde Relja an die Front nach Griechenland geschickt und Nada blieb allein zurück. Ihr Liebster ist nie nach Vrnjačka Banja zurückgekehrt. Schmerz und Kummer über den Verlust ließen Nadas Gesundheit schwinden und bereiteten ihr schließlich ein frühes Ende. Berührt vom Schicksal des Paares begannen besonders die Frauen und Mädchen der Stadt, Schlösser mit den Initialen der Liebenden an die Brücke im Stadtpark zu hängen.

Das Liebesschloss erobert Europa und die Welt

Ob von Italien oder von Serbien aus, das Liebesschloss verbreitet sich unaufhaltsam über den gesamten Globus. Gemäß des Brauches ist es am häufigsten an Brücken zu finden, doch auch andere Bauwerke in der Nähe von Gewässern, Straßenlaternen und Bänke tragen schon das ein oder andere Liebesschloss.

Berühmte Brücken und Orte, an denen Paare gern Ihre Schlösser anbringen, sind die bereits erwähnten antiken Brücken Italiens, die Ponte Vecchio über dem Arno und die Milvische Brücke über dem Tiber in Rom. Die in der serbischen Legende erwähnte Brücke ist bis heute als Liebesbrücke bekannt. Im ungarischen Pécs wird das Liebesschloss hingegen traditionell an einem schmiedeeisernen Zaun verschlossen. In Deutschland ist vor allem die Hohenzollernbrücke in Köln als Liebesschloss-Brücke bekannt.

Doch auch die Pont des Arts, die Brücke der Künste über der Seine in Paris war ein häufiges Ziel für glückliche Paare bis 2014 ein Teil des Brückengeländers unter der Last der Liebesschlösser nachgab. Nicht zuletzt sorgte dieses Ereignis dafür, dass heute das Anbringen von Liebesschlössern nicht mehr überall gestattet ist. Die meisten Liebenden lassen sich von solchen Verboten allerdings nicht aufhalten und finden kreative Orte zum Anbringen ihres Liebessymbols, beispielsweise an Sitzbänken oder Zäunen.

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